Bildung

Es gibt sicherlich viele Gründe, wie Bildungsunterschiede bei Kindern und Jugendlichen entstehen. Ein wichtiger Aspekt im nationalen Vergleich ist die soziale Herkunft, die maßgeblich auch über den Bildungsweg entscheidet. Statistische Erhebungen sind eindeutig. Kinder von Akademikern haben eine positivere Entwicklung als Kinder von Nicht akademikern. Daraus resultiert indirekt, dass Bildungserfolg schon in die Wiege gelegt wird oder anders ausgedrückt, die schulischen Leistungen werden zu Hause erworben und nicht ausschließlich in der Schule. Fehlende elterliche Unterstützung können nur in Ausnahmefällen kompensiert werden. Somit werden schon in der Grundschule Zukunftsperspektiven verbaut und man sitzt in der Spirale fest. Ein Ausstieg aus der Spirale und aus der Bildungsarmut ist somit nur schwer realisierbar und gelingt nur den Wenigsten. Da muss man offen über Chancenungleichheit reden. Wir fordern für jedes Kind, das Recht auf eine bestmögliche Bildung. Gute Beispiele, wie kollektive Bildung aussehen kann, werden schon erfolgreich in den skandinavischen Ländern demonstriert. Dort werden schwächere Schüler besonders gefördert, um Bildungsschwächen aufzuholen. In Deutschland ist man von einer derartigen Lösung immer noch weit entfernt.

 


 
Bildungszugänge und Bildungsniveau sind maßgebend für die weitere Entwicklung jedes Kindes, aber auch unserer Gesellschaft. Durch Bildung ist sozialer Aufstieg möglich. Ohne Bildung werden Kindern und Jugendlichen die zukünftigen Perspektiven schon im jungen Alter verbaut. Aufgrund fehlender schulischer Erfolge wird anschließend im Umfeld nach Anerkennung gesucht. Diese Zielgruppe neigt überdurchschnittlich zu Gewalt und Alkoholkonsum oder zieht sich in Randgruppierungen zurück. Die Anerkennung für ihre Persönlichkeit bekommen sie durch diese Randgruppen. Es dauert nicht lange, bis Gewaltpotenziale entstehen und die Spirale sich weiter dreht. Auch strukturelle Probleme mit hohen Arbeitslosenquoten und wenig Berufsperspektiven steuern wesentliche Negativindikationen bei.
 

Wir als Verein möchten jedem Kind und Jugendlichen die Chance einräumen, bestmögliche Bildung zu erwerben.

 

Fehlende Bildungsbereitschaft unter den Jugendlichen ist sicherlich ein Hindernis bei diesem Vorhaben. Da, wo Bildungsbereitschaft nicht gegeben ist, bedarf es Lob und Anerkennung oder Anreizsysteme, um die Kinder und Jugendlichen für Bildung zu motivieren. Im Unterschied zu anderen Vereinen und Initiativen messen wir der Anerkennung und dem Anreiz, sich Bildung aneignen zu wollen, größte Bedeutung zu. Neben dem Lob für eine gute Leistung oder Bildungsteilnahme möchten wir durch ein Belohnungs- und Anerkennungssystem eine zusätzliche Motivation schaffen. Diese Motivation gilt, bis sich die Eigenerkenntnis durchsetzt, wie wichtig Bildung ist und welch elementarer Bestandteil für das weitere Leben hieraus abzuleiten ist.
 
Je niedriger der soziale Status eines Kindes oder Jugendlichen ist, umso weniger versteht es die Grundsätze einer Transfergesellschaft. Es fühlt sich ausgegrenzt und chancenlos. Um hier zu motivieren bedarf es klarer "Verträge". Für das Kind oder den Jugendlichen muss erkennbar werden "Was passiert, wenn ich schön brav lerne und mich an den vorhandenen Angeboten beteilige". Immer wenn der Blick nach links oder rechts im sozialen Umfeld zeigt, das nutzt sowieso nichts, geht die Motivation fehl.
 
Der Verein Promis helfen möchte durch das ganz konkrete Versprechen von Chancen und Möglichkeiten diesen einfach gestrickten „Vertrag“ eingehen. Tausende von Menschen in Deutschland kümmern sich als Vater oder Mutter um die Karriere Ihrer Kinder. Sie sind in der Gesellschaft fest verankert, oft wirtschaftlich abgesichert und besitzen eine ausreichende Bildung und soziale Kompetenz. An anderer Stelle nennen wir diese Menschen die Starken der Gesellschaft. Genau diese wollen wir begeistern sich zum „Anwalt“ der Benachteiligten zu machen und ihre Fähigkeiten und Netzwerke zu nutzen, um unser Vertragsangebot umsetzen zu können. Ein erfolgreicher Mensch muss dem Kind oder Jugendlichen nicht beweisen, dass Bildungsteilnahme etwas bringt, er ist selbst der Beweis. Dadurch dass er sich konkret und persönlich für das Kind oder den Jugendlichen einsetzt wird die Beziehung persönlich und der Glaube an die Umsetzung der Chance steigt. Persönliche 1:1-Partnerschaften (Rebound Teams) zwischen Helfenden und Geförderten sollen dazu führen gemeinsam positive Lebensmodelle zu entwerfen  und flankierende Unterstützung zu gewähren.
Darüber hinaus wollen wir die Kinder und Jugendlichen während der Bildungsteilnahme und vor der realisierten Chance durch ihre Idole motivieren und somit Lob erteilen und einen Bezugspunkt zu ihnen aufbauen. In diesem System sollen sich Menschen des öffentlichen Lebens, Prominente, Sportler etc. in die tägliche Arbeit vordergründig einbringen, um als Vorbilder und Belohnung zu agieren.

Drittens sollen Lehrkräfte und Geförderte für ihre Arbeit in unserer Gesellschaft mehr Anerkennung erhalten. Ziel ist es, Zug um Zug Kinder und Jugendliche soweit zu motivieren, dass sie nach erworbener Bildung,ihr Wissen an die Jüngeren oder Leistungsschwächeren weitergeben und beweisen dieser „Vertrag“ funktioniert. Zum anderen sollen die Jugendlichen selbst innerhalb des Vereins Verantwortung für jüngere Vereinsmitglieder und/ oder Projekte übernehmen, um so einem Gefühl der Entbehrlichkeit entgegen zu wirken und Anerkennung zu erlangen.

Staat und Politik haben längst, vorbehaltlich einer unzureichenden Haushaltslage, begonnen Verantwortung zu übernehmen, weil die Familie dieser Aufgabe oft nicht mehr gerecht wird. Die Angebote zur Bildungsteilnahme und die Möglichkeitsräume Bildung zu erlangen haben in den letzten beiden Jahren eher zugenommen. Auf der anderen Seite ist die Schule aber ungeeignet, um bestehende Rückstände zu kompensieren oder aufzuholen. Diese nehmen im Laufe der schulischen Laufbahn sogar noch zu. Aus diesem Grund ist es wichtig, außerschulisch Defizite zu beseitigen, benachteiligte Kinder für Bildung zu begeistern und ihnen klare Chancen für die Zeit danach zu versprechen.

Durch diese Ideen, die Vernetzung der Community und letztlich durch Ihre Mithilfe erwarten wir uns eine deutliche Kompensation von Chancenungleichheit, eine Verbesserung des Bildungsniveaus und damit einen wertsteigernden Beitrag zur Gesellschaft.